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Dr. Erich Jürgen Nitsche (Jg. 1958) ist freier Historiker, Autor und Kurator aus Mittweida (Sachsen) mit den Schwerpunkten Geschichte der Juden in Sachsen, insbesondere in der NS-Zeit, und Geschichte der jüdischen Warenhäuser. Ferner untersucht er die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen und Zwangssterilisationen im Regierungsbezirk Chemnitz.

Gegenwärtig arbeitet er an einem Sammelband im Auftrag der Stiftung Sächsische Gedenkstätten (Dresden), in dem die 17 bisher online verfügbaren Lebensbilder ehemaliger Sachsenburger KZ-Häftlinge zusammengefasst werden sollen. In der letzten Zeit erschienen Bücher über die Chemnitzer Volkshochschule und ihr jüdisches Erbe sowie jüdische Unternehmer und ihre Industriearchitektur bzw. ihre Bademode in Chemnitz und Umgebung. Zu all diesen Themen publiziert er, hält Vorträge, verfasst Stellungnahmen und ist wissenschaftlicher Berater für Gedenkstätten, Medien, Museen und Filmproduzenten. Außerdem übernimmt er Führungen über den Jüdischen Friedhof in Chemnitz-Altendorf und bietet thematische Rundgänge durch die Städte Chemnitz und Mittweida (u. a. entlang der Stolpersteine) an. Darüber hinaus schreibt er in losen Abständen Beiträge für die Gemeindezeitung der Jüdischen Gemeinde zu Chemnitz und das Amtsblatt der Stadt Chemnitz.

Er hält weltweiten Kontakt zu vielen ehemaligen Juden aus Chemnitz, Sachsen und Mitteldeutschland und deren Nachkommen (u. a. zu Hans-Günter und Stefan Flieg in Brasilien, Miriam Brookfield und Liesel Sabloff in den USA, Ilana Drori, Ruth Geller, Uri Guttmann, Chaim Noll und Ester Pareth in Israel, Sabine Lichtenstein in Holland, Babette Lichtenstein, Miriam Frank und Evelyn Frank, Arthur Fleiss in England, Dorte Munck in Dänemark sowie Till Heidenheim in Lübeck. Darüber hinaus ist er seit über 20 Jahren mit Inge Heym freundschaftlich verbunden.

Er ist Beirat des Vereins „Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz“, Gründungsmitglied der Koordinierungsstelle „Stolpersteine für Chemnitz“ und der „Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft“ mit Sitz in Chemnitz.

Die Stadt Chemnitz verlieh ihm am 5. November 2017 einen der fünf ausgelobten Stefan-Heym-Förderpreise für 2017. Am 10. Oktober 2021 erhielt er im Chemnitzer Opernhaus einen der Internationalen Stefan-Heym-Förderpreise für 2020/21. Die Stadt Mittweida nominierte ihn für den Sächsischen Bürgerpreis 2018 („Urkunde für kulturell-geistliches Engagement“). Anlässlich des Neujahrsempfanges des Oberbürgermeisters wurde ihm am 11. Januar 2019 die Ehrennadel der Stadt Mittweida in „Silber“ in Anerkennung der Verdienste zum Wohle der Stadt verliehen. Darüber hinaus war er im Januar 2017 für den Obermayer German Jewish History Awards vorgeschlagen worden.

Er absolvierte ein fünfjähriges Diplom-Geschichtsstudium in Krasnodar und ein einjähriges postgraduales Studium in Leningrad (St. Petersburg). An der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde er im Jahr 1985 als Mediävist zum Dr. phil. promoviert. Eine angefangene Habilitation musste er im Herbst 1991 infolge der politischen „Wende“ aufgeben.

In eigener Sache:

Eine unheilbare Krankheit zwingt mich seit letztem Herbst, meine Arbeit weitestgehend aufzugeben! Ich danke allen Auftraggebern für ihr Vertrauen seit Ende 1998.

beachte auch:
Chemnitzer Macher 2020. Das Magazin, Chemnitz 2021, S. 56/57.
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Nitsche