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Dr. Jürgen Erich Nitsche (Jg. 1958) ist freier Historiker, Autor und Kurator aus Mittweida (Sachsen) mit den Schwerpunkten Geschichte der Juden in Sachsen, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus, und Geschichte der jüdischen Warenhäuser (TIETZ und SCHOCKEN). Ferner untersucht er die nationalsozialistischen „Euthanasie”-Verbrechen und Zwangssterilisationen im Regierungsbezirk Chemnitz.

Gegenwärtig befasst er sich mit einer Episode aus dem Leben und Schaffen Stefan Heyms, in der es um eine Lesung im Vorfeld der 800-Jahrfeier seiner Geburtsstadt geht. Außerdem entstanden Beiträge für den Begleitband zur 4. Sächsischen Landesausstellung und eine Festschrift der Kunstsammlungen Chemnitz, die im Frühjahr erscheinen werden. Zuletzt arbeitete er an Beiträgen über das Jüdische Altersheim in Chemnitz (1939-1943), Jüdische Auswanderung nach Brasilien und Jüdische Häftlingsärzte im KZ Sachsenburg (1933-1937). Zu all diesen Themen publiziert er, hält Vorträge, verfasst Stellungnahmen und ist wissenschaftlicher Berater für Gedenkstätten, Medien, Museen und Filmproduzenten. Außerdem übernimmt er Führungen über den Jüdischen Friedhof in Chemnitz-Altendorf und bietet thematische Rundgänge durch die Städte Chemnitz und Mittweida an.

Er hält weltweiten Kontakt zu vielen ehemaligen Juden aus Chemnitz, Sachsen und Mitteldeutschland (u. a. zu Hans-Günter und Stefan Flieg in Brasilien, Vera Burns, Miriam Brookfield und Liesel Sabloff in den USA, Ilana Drori, Ruth Geller, Uri Guttmann und Ester Pareth in Israel, Franz Theodor Cohn in Schweden sowie Till Heidenheim in Lübeck).

Er ist Beirat des Vereins “Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz”, Mitglied der Koordinierungsstelle “Stolpersteine für Chemnitz”, Gründungsmitglied der “Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft” mit Sitz in Chemnitz und Mitglied des Kuratoriums Gedenkstätte Sonnenstein.

Die Stadt Chemnitz verlieh ihm am 5. November 2017 einen der fünf ausgelobten Stefan-Heym-Förderpreise für 2017. Die Stadt Mittweida nominierte ihn für den Sächsischen Bürgerpreis 2018 (“Urkunde für kulturell-geistliches Engagement”). Anlässlich des Neujahrsempfanges des Oberbürgermeisters wurde ihm am 11. Januar 2019 die Ehrennadel der Stadt Mittweida in “Silber” in Anerkennung der Verdienste zum Wohle der Stadt verliehen. Darüber hinaus war er im Januar 2017 für den Obermayer German Jewish History Awards vorgeschlagen worden.

siehe auch:
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Nitsche